Sensibilität – Schwäche oder vergessene menschliche Tugend?

Starke Menschen wissen, wie sie Ordnung in ihr Leben bringen – selbst in dunklen Zeiten. Sensibilität ist kein Makel und keine Schwäche. Sie ist Widerstand gegen eine Realität, die nicht zu unserer inneren Ordnung passt.

Auch mit Tränen in den Augen sagen sensible Menschen: „Es geht mir gut“. Doch die Gesellschaft brandmarkt Sensibilität als Schwäche oder Willenlosigkeit. In unserer verwirrten Welt vertreiben wir die sensiblen Menschen, ordnen sie als „seltsam“ ein, weil sie anders fühlen und sehen. Warum? Ist Anders-Sein ein Fehler? Diejenigen, die anders sind, suchen neue Wege – geistig und seelisch. Sensible Menschen nutzen die Kraft ihrer Sinne statt nur ihrer Worte. Doch wird unterdrücken unsere Sinne aus Angst, in einer rauen Welt nicht zu bestehen. Die Welt ist zu einer Arena geworden, in der mentale Wunden mehr töten als körperliche. So verwandeln wir uns in Wesen, die ihre Stärke im Verletzen anderer suchen. Künstlerinnen und Künstler hingegen drücken ihr Inneres kreativ aus – ihre Kunst spricht statt ihrer Worte.

Wir verletzen einander mit Worten – und nennen es Stärke. Wir unterdrücken Empathie – und nennen es Realitätssinn. Sensible Menschen begreifen ohne Worte. Sie lesen Herzen wie Bücher. Sie hören, was schweigt. Sie fühlen, was ungesagt bleibt.

Stille kann ein Gebet sein – Sanftheit eine Stärke. Und Sensibilität – eine vergessene Tugend des Menschseins.

-rumINKa.

Schreibe einen Kommentar