Schuld – das emotionale Virus der Seele

Als Menschen machen wir Fehler – bewusst oder unbewusst. Manchmal verletzen wir andere, weil wir uns ungerecht behandelt fühlen. Aus Schmerz und Ohnmacht werden wir selbst zu unserem größten Feind. Manchmal geben wir uns selbst auf, um geliebt zu werden. Manchmal opfern wir uns, um geliebt zu werden. Manchmal schultern wir Lasten, die nie unsere waren. Doch nicht alles hängt von uns ab. Dann infiziert uns die Schuld – weil die Realität nicht unseren Erwartungen entspricht, weil wir „versagt“ haben, trotz großer Mühe. Wenn Erwartungen zerbrechen, wenn wir glauben, versagt zu haben, befällt uns die Schuld. Sie frisst Gedanken, macht uns zu Schatten unserer selbst.

Schuld frisst die Seele. Sie raubt klare Gedanken und lässt uns im Autopilot-Modus leben. Wenn wir unsere Emotionen unkontrolliert herrschen lassen, verlieren wir uns selbst. Warum lassen wir Worte anderer bestimmen, wer wir sind? Warum erteilen wir anderen Macht über unseren Wert? Jeder Mensch trägt seine Wunden, seine eigene Vergangenheit, die ihn formen. Schmerz erinnert – und lehrt.

Schmerz ist manchmal unser treuester Lehrer – eine Erinnerung, aber auch eine Warnung. Niemand kann versprechen, dass es ein Morgen gibt. Deshalb ist der Moment kostbar. Menschen treten in unser Leben: einige bleiben, andere lehren uns, manche verletzen uns – doch jede Begegnung hat einen Sinn.

Die Schuld ist das stille Gift der Seele. Wir kommen allein, wir gehen allein. Fortschreiten heißt: die Vergangenheit ehren, aber nicht bewohnen.

– rumINKa.

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